HSI - Netzwerk
Dienstag, 03. November 2009
Auf Initiative des Ministeriums der Justiz des Landes Brandenburg hat sich im Jahr 2001 ein Netzwerk von Partnern gebildet, die gemeinsam Maßnahmen der sozialen (Re-)Integration von Haftentlassenen, zur Entlassung anstehender Inhaftierter und haftgefährdeter Personen entwickeln und umsetzen. Zwischenzeitlich ist die Anzahl der Netzwerkpartner gewachsen und die dem Netzwerk zugrunde liegende Konzeption weiterentwickelt worden.
Im Fokus der Aktivitäten steht die arbeitsmarktorientierte (Re)Integration von straffällig gewordenen Erwachsenen und jungen Menschen. In den drei gleichberechtigten Projektfeldern Anlauf- und Beratungsstellen, Arbeit statt Strafe und Ambulante, soziale und berufsorientierende Angebote werden die nachfolgenden qualitativen Zielstellungen realisiert:
- Persönlichkeitsentwicklung der Zielgruppen
- Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und
- (Weiter-)Entwicklung eines effektiven Netzwerkes vor Ort bzw. im Wirkungskreis.
Die quantitativen Zielvorgaben sind mit den Netzwerkpartnern Projektfeldspezifisch vereinbart und schriftlich fixiert.
Zielgruppen der Anlauf- und Beratungsstellen sind zu Freiheitsstrafen Verurteilte innerhalb und außerhalb des Vollzuges. Das Leistungsangebot der Anlauf- und Beratungsstellen umfasst die Haftbegleitung, die Entlassungsvorbereitung, die Entlassungsbegleitung, die Nachbetreuung sowie die arbeitsmarktbezogene Beratungs- und Vermittlungsarbeit.
Im Projektfeld Arbeit statt Strafe sind Verurteilte, die ihre Geldstrafe nicht zahlen konnten und sich bereit erklärt haben, zur Abwendung einer Ersatzfreiheitsstrafe gemeinnützige Arbeit zu leisten (oder die Geldstrafe in Raten abzuzahlen) die Zielgruppe. Die Leistungen der Träger umfassen die Motivierung der Zielgruppe zur Ableistung der gemeinnützigen Arbeit, die passgerechte Vermittlung in gemeinnützige Stellen, die Koordination und Kontrolle der Ableistung, die individuelle Beratung während und bei Bedarf nach Ableistung der gemeinnützigen Arbeit sowie die arbeitsmarktbezogene Beratungs- und Vermittlungsarbeit arbeitsuchender Klienten. Die Umsetzung der Arbeit statt Strafe Projekte erfolgt in enger Kooperation und Abstimmungen mit den dafür eingerichteten Clearingstellen bei den Sozialen Diensten der Justiz.
Zielgruppe des dritten Projektfeldes, den ambulanten, sozialen und berufsorientierenden Angeboten, sind Jugendliche und Heranwachsende, die wiederholt straffällig geworden oder einer schwerwiegenden Straftat verdächtigt bzw. schuldig und Schwierigkeiten in zentralen Lebensbereichen haben. Durch die Teilnahme an sozialpädagogischen Angeboten sollen drohende freiheitsentziehende Maßnahmen vermieden und der damit häufig einhergehenden sozialen Desintegration der jungen Straffälligen entgegen gewirkt werden. Alle Projektkonzepte der beteiligten Träger beinhalten pädagogische Maßnahmen und Arbeitsschritte, die zu einer Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit der jugendlichen Klienten und deren Chancen auf Integration in Bildung und Arbeit beitragen.
Die Kooperationsstruktur des HSI Netzwerkes ist handlungsfeldübergreifend in verbindlichen, gemeinsamen Arbeitsstrukturen organisiert. Die vielfältigen Abstimmungsprozesse der beteiligten Netzwerkpartner werden durch eine externe, professionelle Netzwerkmoderation und -koordination (Netzwerkmanagement) gewährleistet. Die Beratungs-, Betreuungs- und Vermittlungsaktivitäten der Netzwerkpartner werden unterstützt durch ein prozessorientiertes Informationsmanagement, dem Zentralen Informationsdienst für die Ausbildungs- und Beschäftigungsintegration von ehemals Inhaftierten und Haftgefährdeten ZABIH. Das gemeinsame Projektcontrolling des Netzwerkes wird arbeitsteilig vom Netzwerkmanagement und Informationsmanagement geplant, sichergestellt, weiterentwickelt und im partnerschaftlichen Prozess mit den Netzwerkpartnern umgesetzt.


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