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Gemeinsames Positionspapier der Allianz Alkoholprävention

Ein aktuelles Positionspapier der Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) aus dem März 2026 macht auf die weitreichenden Folgen von Alkoholkonsum aufmerksam und fordert ein Umdenken in der Präventionspolitik. Alkohol wirke als Zellgift und sei an der Entstehung zahlreicher Erkrankungen beteiligt, zudem steige mit der konsumierten Menge über die Lebenszeit das Risiko für einen vorzeitigen Tod deutlich. Auch psychische Belastungen sowie soziale Folgen wie Gewalt, Isolation und Kriminalität werden hervorgehoben. Vor diesem Hintergrund betonen die Autor*innen, dass wirksame Prävention vor allem auf struktureller Ebene ansetzen müsse. Gemeint sind Maßnahmen, die nicht nur individuelles Verhalten adressieren, sondern die Rahmenbedingungen verändern – etwa durch eine geringere Verfügbarkeit, höhere Preise oder strengere Werberegulierung. Solche Ansätze gelten international als gut belegt, seien in Deutschland jedoch bislang kaum umgesetzt worden. Als Orientierungsrahmen verweist das Papier auf die SAFER-Strategie der World Health Organization (WHO). Diese umfasst zentrale Handlungsfelder wie die Begrenzung der Verfügbarkeit von Alkohol, konsequente Maßnahmen gegen Alkohol im Straßenverkehr, den Ausbau von Frühintervention im Gesundheitssystem, Einschränkungen von Werbung und Sponsoring sowie eine stärkere Preispolitik. Insgesamt wird ein politischer Kurswechsel gefordert, um alkoholbedingte Schäden wirksam zu reduzieren.